Alle Beiträge von Marianne Reiß

Wasser aus der Wand

Wasser aus dem Hahn hat kein Gesicht. Es hat keinen großen Namen, es flimmert nicht durchs Werbefernsehen und man traut sich kaum, es anspruchsvollen Gästen anzubieten. Während große Teile der Welt unter Wassermangel leiden, ist das ständig verfügbare Trinkwasser aus der Wand für uns eine Selbstverständlichkeit. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass es von vielen zum Händewaschen und Duschen, nicht aber als Trinkwasser genutzt wird. Wasser aus der Wand weiterlesen

Freitags Fisch for Future?

Am Freitag kam im christlichen Abendland ausnahmslos Fisch auf den Tisch. In vielen Haushalten ist das heute noch so. Nach der traditionellen kirchlichen Fastenordnung ist jeder Freitag im Gedenken an den Todestag Jesu ein Fastentag. Fleisch war verboten, Fisch erlaubt. Nach der antiken Klassifizierung war Fisch als Kaltblüter kein Fleisch. Damit konnte der aufrechte Christ das Fastengebot lecker einhalten, ohne darben zu müssen. Heute hat der Fisch-Freitag seinen religiösen Bezug verloren, erfreut sich aber dennoch steigender Beliebtheit. Gesundheitsexperten sind froh darüber. Seefisch ist ein idealer Jod-Lieferant und wenn es nach den Ernährungswissenschaftlern ginge, sollten es mindestens zwei Portionen pro Woche sein. Diese Empfehlungen sind bei den meisten von uns auf fruchtbaren Boden gefallen. 2014 wurden weltweit jährlich 20 Kilogramm Fisch pro Kopf gegessen, fast doppelt so viel wie noch vor fünfzig Jahren. Freitags Fisch for Future? weiterlesen

Plastik und kein Ende?

Auf unseren Ozeanen treiben 140 Millionen Tonnen Plastikmüll herum. Das ist ein ganzer Kontinent. Das soll nun politisch angegangen werden. Das EU-Parlament hat sich Mitte Oktober 2018 für ein Verbot von Wegwerf-Artikeln ausgesprochen. Plastikteller, Plastikbesteck, beschichtete Becher, Trinkhalme oder Rührstäbchen sollen schon bald aus unserem Leben verschwinden. Es ist schon erstaunlich, wie lange es gebraucht hat, bis dieses Problem in unseren Köpfen angekommen ist. Plastik und kein Ende? weiterlesen

Die meisten Diabetiker profitieren von kohlenhydratarmer Kost

Meinen Einstieg in die Diabetologie kurz vor der Jahrhundertwende werde ich nie vergessen. Mein Studium der Ökotrophologie lag zwei Jahrzehnte zurück. Um meiner neuen Klientel gerecht zu werden, hatte ich mich zuvor bei der Deutschen Diabetes Gesellschaft fit gemacht und wurde als frischgebackene Diabetesassistentin in einer Schwerpunktpraxis eingestellt. Der Diabetologe schickte gleich an meinem ersten Arbeitstag seine Problempatienten zu mir, von denen er annahm, sie seien nicht „compliant“. Wie sonst könnte es sein, dass sie sämtlich stark übergewichtig waren und ihr Blutzucker trotz Insulin- und Medikamentengabe nicht gut einzustellen war. So saß ich vor sechs verzweifelten Schwergewichtlern, die sich darüber grämten, dass der Doktor ihnen nicht glauben wollte. Sie äßen ganz bestimmt nicht so, wie sie aussähen. Die meisten Diabetiker profitieren von kohlenhydratarmer Kost weiterlesen