Nostalgischer Weihnachtsteller

Ab September füllen sich die Supermarktregale schlagartig mit Weihnachtsleckereien. Wir fragen uns, wer zu diesen spätsommerlichen Temperaturen eigentlich schon Pfefferkuchen essen will. Dabei ist es noch gar nicht solange her, dass im September noch nicht an Weihnachten gedacht wurde. Weihnachtskekse gab es früher erst um den 1. Advent herum zu kaufen. Und es ist auch noch gar nicht solange her, dass man Weihnachtskekse kauft. Sie wurden selbst gebacken.

Verschiedenste Teige wurden geknetet, gewalzt und zu unterschiedlichsten Kleinstgebäcken kreiert. Die Kinder verdarben sich beim Sterne-, Glocken- und Pferdchenausstechen mit schöner Regelmäßigkeit den Magen. Zur Krönung wurden die meisten Backwerkchen mit Zuckerguss geschmückt. Gefärbt wurde mit Roter Beete, schwarzem Tee und Kakao, verziert mit Miriarden von Liebesperlen, Mandeln, Haselnüssen und Rosinen. Die Wohnung duftete nach Lebkuchen, Zimt, Vanille und mit Nelken gespickten Orangen. An den Adventssonntagen bekamen alle eine kleine Kostprobe zum Kaffee oder Muckefuck. Das meiste wurde jedoch für die Weihnachtsfeiertage aufgehoben. Ein Teil des Bestandes wurde allenfalls heimlich von der „Weihnachtsmaus“ oder dem „Ich war das nicht“ stibitzt. Auf den Weihnachtstellern lagen dann endlich all die Kostbarkeiten, die in den Wochen zuvor gebacken worden waren.

Was ganz bestimmt nicht fehlen durfte, waren Kuhklaxe. Diese Kekse heißen genau so wie sie aussehen. Doch keine Sorge, die Optik täuscht, sie sind sehr lecker. Dazu werden 200 g kernige Haferflocken in einer Pfanne ohne Fett unter ständigem Rühren angeröstet. In einem kleinen Topf werden 300 g Schokolade und 50 g Kokosfett im Wasserbad aufgelöst, mit ein wenig Rum oder einigen Tropfen Rumaroma versetzt. Dann gibt man die Haferflocken dazu und vermengt das Ganze zu einem weichen Teig. Davon werden mit zwei Teelöffeln kleine Häufchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech gesetzt. Die Kuhklaxe werden nicht gebacken, sie müssen nur abkühlen, wobei sie zu harten Keksen erstarren. Am besten hebt man sie im Kühlschrank auf. Wenn man statt der Haferflocken Cornflakes und Mandelstifte nimmt, dann gibt es Schokocrossies.

Aprikosentaler sind ganz besonders lecker 80 g geschmolzene Butter, 160 – 200 g Rohrzucker, etwas Vanillepulver in einer Schüssel schaumig rühren. 1 Ei, 1 Prise Salz, 1 Esslöffel süße Sahne, 10 g Kakao, 1 Teelöffel Zimt, einige Tropfen Rumaroma, 1 Teelöffel Backpulver dazugeben und vermischen. Mit 200 g Mehl zu einem Teig verrühren. Kleine Kugeln formen (etwa 40 Stück) und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen (etwa 20 Stück pro Blech). Mit dem Zeigefinger kleine Mulden in die Kugeln formen und mit Aprikosenmarmelade füllen. Bei 175 ° 10 bis 12 Minuten backen.

Marzipankartoffeln: 200 g (mit oder ohne Schale) geriebene Mandeln mit 200 g Puderzucker vermischen, 4 bis 6 Tropfen Bittermandelöl zufügen, nach und nach esslöffelweise handwarmes Wasser dazugießen und zu einem glatten Teig verkneten. Kleine Kugeln formen und leicht in Kakao wälzen. Fertig. Luftdicht verpackt am besten im Kühlschrank aufheben, damit sie nicht austrocknen. Sie können die Masse auch zu Marzipan-Krokant veredeln. Marzipanteig mit zwei Esslöffel Speisestärke, weiteren 50 g Puderzucker und etwas Wasser verkneten und dünn auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech ausrollen oder mit den Händen verstreichen. Mit einem verquirlten Eiweiß bestreichen und halben Mandeln oder Mandelplättchen bestreuen. Bei 150° ca. 20 Min. backen. Auf dem Blech auskühlen lassen und in kleine Vierecke schneiden.

Rumkugeln sind die ideale Resteverwertung für missratene Kekse und altbackenen Kuchen. Alles mit einer Gabel zerbröseln, harte Kekse in einer Plastiktüte mit dem Nudelholz zerkleinern. 50 g Kokosfett mit 1 Teelöffel Kakao erhitzen, etwas Rum und Zucker zugeben und zu einem glatten Teig vermengen. Ist er zu weich, mit Paniermehl strecken. Mit nassen Händen kleine Kugeln formen und in Schokostreuseln wälzen. Kühl stellen.

Sie vermissen Kalorienangaben bei den weihnachtlichen Köstlichkeiten? Nicht wirklich. Oder? Wir wollen uns doch nicht den Appetit verderben.